Was ich von den Möwen gelernt habe…

Im letzen Jahr waren Michael und ich zum ersten Mal auf der wunderschönen Insel Elba im Urlaub. Da wir beide nicht gerne fliegen, sind wir mit dem Auto bis zum Fährhafen nach Piombino gefahren und von dort mit der Fähre ca. 1 Stunde zu der Hafenstadt Portoferraio auf die Insel übergesetzt.

Da das Wetter sehr schön und die Überfahrt ja nicht sehr lang war, haben wir uns entschlossen auf Deck zu bleiben und mit Blick auf die Umgebung und das Wasser von dort aus die Überfahrt zu genießen.

Es erstaunt mich immer wieder wie viele Autos in so eine Fähre passen und es ist für mich nach wie vor ein Wunder, dass so ein Schiff, trotz diesem zusätzlichen Gewicht, offensichtlich ohne Probleme immer noch schwimmt. Ich weiß, es ist alles Physik. Aber es bleibt für mich trotzdem auch immer irgendwie ein Wunder…

Da wir relativ früh dran waren, kamen wir mit unserem Auto auch ziemlich zügig auf die Fähre und haben dann von unserem Platz an Deck aus beobachtet, wie Auto für Auto im Bauch des Schiffes verschwanden.

Auf einmal zog aber etwas anderes meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich konnte beobachten, dass sich am Hafen immer mehr und mehr Möwen sammelten. Zuerst nur auf den Gebäuden rund um die Anlegestelle. Als es dann immer weniger Autos wurden, die noch im Bauch des Schiffes verschwanden, flogen sie, eine nach der anderen, auf die Wasserfläche direkt neben der Fähre und sammelten sich dort zu einer großen Gruppe. Ich habe sie weiter beobachtet und mich gefragt, auf was sie wohl warten, als meine Aufmerksamkeit kurzfristig wieder auf die Fähre gelenkt wurde. Alle wartenden Autos waren „verladen“, die gewaltige „Nase“ vorne ging zu und wir begannen abzulegen.

Die Möwen aber dümpelten nach wie vor auf ihren Plätzen im Wasser und schienen der Tatsache, dass die Fähre den Hafen verlies, keine Beachtung zu schenken. Ich hatte den Eindruck gehabt, als schienen sie auf etwas Bestimmtes zu warten, da sie uns aber nicht folgten, ging ich davon aus, dass ich mich wohl getäuscht habe. Aber ganz plötzlich, von einer Sekunde auf die andere, starteten alle auf einmal, wie auf ein unsichtbares Signal hin und folgten unserer Fähre. Ich war total beeindruckt von diesem Schauspiel und wartete gespannt darauf, was jetzt wohl passieren würde. Mein Verstand erzählte mir so „rationale“ Dinge wie, dass sie wahrscheinlich von den Schiffsangestellten Küchenabfälle bekommen würden. In dieser Erwartung habe ich sie weiter beobachtet, aber was ich dann zu sehen bekam, hat alles übertroffen, was mein Verstand sich je hätte vorstellen können.

Die Möwen folgten uns und legten sich dann immer abwechselnd in den Strom des Windes, den das Schiff durch seine Fahrt erzeugte. Es war ein total harmonisches Miteinander, ganz ohne „Zweck“, einfach nur zum Spaß. Und sie hatten eine Menge Spaß! Sie waren da, sie folgten dem Schiff einfach nur um sich selbst zu erleben. Um das zu genießen, was Vögel eben ausmacht. Fliegen! Sie haben sich an den besten Stellen abgewechselt, damit niemand „zu kurz“ kam. Sie haben kleine Gleitübungen veranstaltet, ganz ohne Flügelschlag, einfach nur in den Strom des Windes legen, mit ihm gleiten und genießen.

Ein paar der Touristen hatten Brot dabei und haben versucht sie damit zu locken. Und – inzwischen glaube ich ausschließlich uns Menschen zum Gefallen – sie haben auch ab und zu in akrobatischen kleinen Kunststückchen das Eine oder Andere Stückchen Brot im Flug gefangen. Aber der Zweck ihres Zusammenkommens war eindeutig nicht Hunger oder Nahrungssuche. Es war einfach nur ihre pure Freude am Leben, am eigenen DA-SEIN. Was für eine wundervolle Schule des Lebens!

Leider hatte ich auf der Hinfahrt meine Kamera im Auto gelassen, weil ich dachte, dass es auf dem Wasser und bei der kurzen Überfahrt sicher nicht viele Motive für mich „zum Einfangen“ gäbe. Wie sehr ich mich geirrt habe! Ich war sehr gespannt, ob sich das Schauspiel nach 15 Tagen Urlaub auf der Rückfahrt wohl wiederholen würde, oder ob diese Wahrnehmung einfach nur meiner Phantasie und meinem Wunsch entsprungen war. Aber was soll ich sagen: es war genau das Selbe, nur in der umgekehrten Richtung.

Sie sammelten sich wieder auf den Häusern, sammelten sich anschließend auf dem Wasser, ließen der Fähre den wohl benötigten Vorsprung für den optimalen Luftstrom – UND DANN „tauchten“ sie wieder in ihre ganz persönliche Menge Spaß und Leben ein. Und diesmal hatte ich meine Kamera dabei. Ich fühlte mich wie elektrisiert. Sie haben mich inspiriert und angesteckt mit ihrem Spiel und ihrer Lebensfreude. Auch ich fühlte mich schon nach wenigen Aufnahmen total im Flow und hatte zeitweise sogar das Gefühl, dass sie ein paar ihrer kleinen akrobatischen Kunststücke nur für mich veranstalteten. So als wenn sie mir zuliebe „Modell fliegen“ würden. Das mag jetzt vielleicht ein bisschen verrückt klingen. Und eventuell ist ja auch einfach der Wunsch der Vater des Gedanken. Aber eines kann ich mit Gewissheit sagen: ihre Freude und meine Freude schwangen in diesen Augenblicken auf genau der Selben Frequenz.

Ein paar der über 100 Bilder, die ich in dieser einen Stunde gemacht habe, findet ihr übrigens über einen Link am Ende dieses Textes.

Was ich nun von den Möwen gelernt habe?

Die tiefste Freude empfinden wir dann, wenn wir einfach nur unser SEIN genießen.

Leg Dich in den Wind und lass Dich von seinem Strom tragen. Dazu braucht es keine Kraft und kein Kämpfen. Wenn wir uns erlauben zu fühlen und genau hinschauen, dann ist alles für den „Flow“ immer schon da. Wir brauchen uns dann nur noch dafür entscheiden, uns ihm hinzugeben.

Nimm andere mit und lass sie an Deiner Freude teilhaben. In Gesellschaft macht alles im Leben viel mehr Freude als alleine. Konkurrenz macht einsam, in Gemeinschaften aber, die Raum für jeden lässt, inspiriert man sich gegenseitig und dadurch vermehrt sich die Freude dann von ganz alleine immer um ein Vielfaches.

Lebe Dein Leben und genieße es mit allem, genauso wie Du gedacht bist. Halte Dich nicht mit Dingen auf, für die Du nicht gedacht bist, sondern überlass sie einfach denen, die dafür gedacht sind. Ein Fisch wird nie auf einen Baum klettern können. Das ist aber auch nicht notwendig und überhaupt nicht schlimm, denn schließlich ist er ja dafür gedacht zu schwimmen. Ist deswegen irgendetwas falsch an ihm? Nein, natürlich nicht! Er ist Fisch!

Oft mühen wir uns in unserem Leben jahrelang mit Dingen ab, für die wir überhaupt nicht „geschaffen“ sind. Dieses „Spiel“ mitzuspielen kostet jede Menge Kraft. Und während wir es „spielen“, fühlen wir uns dabei dann meistens auch noch frustriert, falsch, ungenügend, minderwertig, klein… (diese Liste könnte endlos weiter geführt werden)

Was bist Du? Wofür bist Du gedacht? Finde es für Dich heraus und dann lebe es! Jeden Tag immer einfach nur ein kleines bisschen mehr. Die Freude ist dann Dein garantierter Begleiter.

Wenn Dich die Botschaft der Möwen anspricht und es sich für Dich gut anfühlt, dann melde Dich gerne bei mir für ein kostenloses und unverbindliches Gespräch zum kennen lernen. In meinem Coaching-Programm „Energie in Harmonie“ oder meinen Workshops unterstütze ich Dich gerne und ganz individuell darin, wieder für Dich herauszufinden, wer Du bist und wofür DU gedacht bist, um das dann in FREUDE leben zu können.

Nähere Informationen findest Du auf meiner HP unter:

Energie in Harmonie

Workshop “FREUDE”

Oder schreibe mir gerne einfach eine Nachricht.

Und hier nun wie versprochen der Link zu ein paar der Bilder für Euch:

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